Rassebeschreibung und Rasseportrait

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Name und Geschichte:
Wir der Name schon sagt, liegt der Ursprung der Rasse in Flandern. "Bouvier" bedeutet soviel wie; Rinder hüten, also ist der Bouvier des Flandres, ein Hund der Rinder hütet aus Flandern.
Ursprünglich wurden Hunde mit rauem Haar aus England importiert, diese sollten besonders gut der Witterung stand halten. Dann wurden diese mit heimischen Hunden von Bauern verpaart, so entstand ein großer rauhaariger Hund. Das Zuchtziel war es Wach- Schutz- und Viehtreiber zu züchten. Da diese Hunde hauptsächlich von Bauern für Arbeitszwecke eingesetzt wurden, konnten nur die stärksten, ausdauerndsten überleben und sich weiter verpaaren. Der Bouvier war das Pferd des armen Bauern und musste so auch Milch- und Käsewagen zum Markt ziehen. Diese Vielseitigkeit ist den Bouviers heute noch erhalten geblieben.
Aufgrund seines Charakters, seines Mutes und seiner Vielseitigkeit wurde der Bouvier in den Weltkriegen als Militär- Melde- Boten- und Sanitätshund eingesetzt. Diese Kriege forderten ihren Tribut. Ein paar wenigen Züchtern ist es zu verdanken, dass sich aus einer sehr kleinen Population wieder die Rasse Bouvier des Flandres etablierte.

Rassetypische Merkmale:
Wie schon erwähnt wurden die Bouviers auf ihr Leistungsfähigkeit, Ausdauer, ihres Mutes sowie Vielseitigkeit gezüchtet. Er musste vor allem Selbstbewusststein, einen starken Charakter sowie selbständiges Arbeiten haben bzw. beherrschen. Diese Zuchtselektion hat die Bouviers geprägt, bis heute ist Ihnen diese erhalten geblieben.
Sie sehen Ihr Bouffi braucht unbedingt eine Aufgabe. Ein Bouvier ist nicht dazu geeignet, ihn auf die Couch zu legen. Es ist ein intelligenter, selbständig arbeitender Hund, der seine Beschäftigung braucht und fordert. Durch seine Vielseitigkeit ist der Bouvier für viele Sportarten geeignet. So z.B. Agility, Fahrrad fahren, Zugarbeit, Fährtenarbeit … Er liebt ausgiebige Spaziergänge in der Natur.
Hierbei sollte nicht vergessen werden, dass die Bouviers sehr schwere Hunde sind. Vor allem ein Welpe darf nicht überfordert werden. Auch während der warmen Jahreszeit ist er nicht so leistungsfähig wie so manch andere Rasse. Hier sollte sich der Spaziergang in der Früh oder abends abspielen. Der Bouvier liebt die kalte Jahreszeit - hier "trumpft" er dann richtig auf. Hat sein Besitzer ein großes Grundstück, so ist dies für den Bouvier schön, aber das allein reicht ihm nicht. Unser Bouffi geht lieber mit seiner Familie spazieren.
Eine weitere Eigenart des Bouviers ist sich möglichst so zu plazieren, dass er alles im Überblick hat. Denn er hat einen ausgezeichneten Wach- und Schutztrieb und behält gerne die Übersicht. Stimmt das "Mensch- Hundverhältnis", so wird ihr Bouvier für Sie sprichtwörtlich durch's Feuer gehen. Die Bouviers sind absolut treu ihrer Familie ergeben, mit dem Trieb diese auch mitsamt Haus und Hof zu beschützen. Fremden gegenüber ist der Bouvier zuerst distanziert, jedoch ohne unfreundlich zu sein. Er möchte den Menschen selbst kennenlernen, so entscheidet er auf wen er direkt zugeht und auf wen nicht. Es sollte selbstverständlich sein, dass der Bouvier nicht Sie erzieht, sondern Sie Ihn. Er braucht keine strenge aber eine sehr konsequente Erziehung. Vom Welpen an muss auf die Erziehung geachtet werden. Seine Intelligenz lässt es zu, dass er Sie erziehen könnte, deshalb ist hier Konsequenz gefordert. Ein Bouvier lässt sich nicht mit Strenge erziehen. Lediglich mit Überzeugungskraft (sei es mit Leckerli, Spielen …) und Ruhe erreichen Sie Ihr Ziel. Arbeiten Sie mit Stachelhalsband & Co., so werden Sie ganz schnell merken, welches Kraftpotential Ihr Bouvier besitzt.
Absolut sanftmütig, gutmütig ist der Bouvier mit Kindern. Sollten Sie Ihr Kind mit Ihrem Bouvier spazieren gehen lassen, können Sie absolut sicher sein, dass Ihrem Kind nichts passiert. Gerade Kindern in der eigenen Familie ist der Bouvier absolut treu und weckt dem Beschützerinstinkt. Auch bei fremden Kindern ist die sonst so typische Distanz der Bouviers verschwunden. Gerade da sich der Bouvier nur schwer irritieren bzw. aus der Ruhe bringen lässt, ist er ein idealer Begleiter für Kinder.
Vergessen sollte man jedoch auch nicht die Sturheit des Bouviers. Wobei wir die Sturheit nicht mit "Stur" begründen, sondern mit seiner Intelligenz. Aufgrund seiner Intelligenz, Dominanz widersetzt er sich manchmal der Ordnung in der Familie. Gerade hier ist eben die konsequente Erziehung gefragt. Selbstverständlich sollte in der heutigen Zeit sein, dass Sie eine Welpenspielgruppe für das Sozialverhalten, sowie Erziehungskurse mit Ihrem Hund besuchen. Eine frühzeitige Gewöhnung an viele verschiedene Menschen, an verschiedene Umweltsituationen ist ein absolutes "Muss" für das spätere unkomplizierte Zusammenleben zwischen Mensch, Umwelt und Hund. Durch seine liebevolle, anhängliche Art eignet sich der Bouvier ideal als Familienhund. Das für solch ein Wesen eine Zwingerhaltung Tabu ist sollte für Sie selbstverständlich sein. Nur durch das enge Zusammenleben mit der Familie entwickelt der Bouvier seinen einzigartigen Charakter.

Kurzum gesagt:
Der Bouvier ist treu, gehorsam, natürlich, ruhig und ausgeglichen. Seine hohe Reizschwelle, sein umsichtiges Handeln, Kinderfreundlichkeit und Familiensinn sowie Wachsamkeit favorisieren den Bouvier zum idealen Familienhund. Gegenüber Fremden verhält er sich eher etwas zurückhaltend; er kläfft nicht sondern bellt wenn es angebracht erscheint. Sein Temperament, die Energie und die natürliche Intelligenz verlangen allerdings auch Aufgaben und Bestätigung.
Der Bouvier hat einen einmaligen Charakter, der sich schwer beschreiben lässt. Es ist irgendwie schwierig bei einem Hund von Humor zu sprechen, jedoch scheint dies eine Eigenart dieser Rasse zu sein.


Die Erziehung des Bouvier des Flandres:
Wie schon erwähnt sprechen wir hier von einem äußerst intelligenten Hund. Aus dem kleinen niedlichen Welpen wird irgendwann ein 35 - 40 kg schwerer Hausgenosse, der aufgrund seines Körperbaus eine unbändige Kraft entwickeln kann.
Ihr kleiner Welpe muss als erstes das Vertrauen in Sie als Mensch gewinnen. Beachten Sie deshalb in der Anfangsphase, dass Ihr Welpe Ihr Schutzbefohlener ist. Des weiteren muss Ihr Welpe lernen, sich an Ihren Tagesablauf zu gewöhnen (nicht umgekehrt!!!). Ich möchte Ihnen hier keine Erziehungstipps geben. Dafür gibt es unzählige Bücher (manche schlechter, manche besser…). Gerade bezüglich der Erziehung sollte Ihnen selbstverständlich der Züchter mit Rat und Tat zur Seite stehen, denn nur dieser kennt seine "Linie", die Vor- und Nachteile seiner Hunde am besten. Auch gibt es gerade bei den Welpen einige Besonderheiten, die die Bouviers auszeichnen, so ist es z.B. typisch für einen Bouvier, in der Welpenspielgruppe sich erst einmal umzusehen, und sich einen geeigneten Spielpartner auszusuchen.

Achten Sie drauf, in der 8 - 12 Woche kann ihr Bouvier eine ängstliche Phase haben, hier sollten Sie darauf achten, dass ihr Bouffi keine schmerzhaften oder negativen Erfahrungen macht. Diese Phase wiederholt sich nochmals mit ca. 6 - 8 Monaten. Das ist die Phase, in dem Ihr Bouffi geschlechtsreif wird. Ich möchte Ihnen lediglich ans Herz legen, Ihren Bouvier nicht mit Strenge zu erziehen, sondern mit Ruhe und Konsequenz. Verwenden Sie immer die gleichen Kommandos, der Hund kann es nicht verstehen, wenn Sie heute sagen "Bleib" und morgen "Steh". Sie müssen Ihren Hund auf Kommandos konditionieren. Dies erreichen Sie lediglich mit positiver Handlung. Wie schon erwähnt ist der Bouvier einfach manchmal stur. Sie können hier nur mit Überzeugung arbeiten. Ansonsten resigniert ihr Bouffi ganz schnell. Der Bouvier wird nie ein "Kadaver-Gehorsam" haben. Er wird mit Ihnen ein "Dream Team" bilden, und Ihnen absolut "ergeben" sein, wenn sie den Bouvier zum einen die Zeit zum Lernen geben und zum anderen die Ruhe behalten. Aufgrund dieses Vertrauens geht er mit Ihren durch Dick und Dünn. Eine weitere Eigenart des Bouviers ist, dass alles, was er einmal erlernt hat für immer behält. Ein Bouvier vergisst nie - egal ob positiv oder negativ - sozusagen das sprichwörtliche "Elefantengedächtnis". Vergessen Sie das niemals, egal bei welcher Arbeit. Nie arbeitet der Bouvier kopflos. Alle Handlungen dieser Hunde sind wohl überlegt. Ein Bouvier wird nie kopflos auf irgendetwas zugehen, er wird vorher immer warnen bzw. überlegen. Insgesamt sollten Sie auch bei der Erziehung darauf achten, dass Sie Ihren Bouvier nicht in der Jugend überbeanspruchen. Der Bouvier ist ein absoluter Spätentwickler. Alle Phasen der Entwicklungen erreicht der Bouvier erst später als die meisten anderen Hunderassen. Der Bouvier erreicht seine Reife relativ spät, (körperlich sowie geistig) etwa mit zwei Jahren - deshalb ist es sehr wichtig, den Bouvier in der Jugend nicht zu überfordern. Üben Sie lieber eine Lektion etwas länger, aber dafür dann gefestigt, als alles Hoppla Hopp über's Kreuz brechen. Rassetypisch ist die besondere Sprungtechnik - oft mit 4 Beinen gleichzeitig - oder aus dem Anlauf abbremsend um aus dem Stand mehr Wucht zu haben - sowie die leicht verkümmerten Fangreflexe - er wird selten Leckerchen aus der Luft schnappen.

Die Pflege des Bouvier's:
Die Pflege ist, regelmäßig durchgeführt, relativ unkompliziert. Ein wöchentliches Kämmen und Bürsten, ein tägliches Kämmen und Reinigen des Bartes sowie ein Trimmen und Scheren im Abstand von mindestens 3 Monaten sollten eingehalten werden. Nicht zu vergessen ist die regelmäßige Kontrolle und Pflege der unkopierten Ohren. Ein gut gepflegter Bouvier verliert keine Haare und entwickelt kaum Eigengeruch. Lesen Sie hierzu "Pflegetips".

 



Merkmal-Liste



Allgemeine Erscheinung:
Kompakt, gedrungen, Körper kurz und stämmig mit stark bemuskelten, kräftigen Gliedmassen. Der Hund vermittelt insgesamt den Eindruck von großer Kraft, aber ohne Plumpheit. Der Flandrische Treibhund soll im Stand in natürlicher Stellung ohne körperlichen Kontakt mit dem Vorführer beurteilt werden.


Klassifikation FCI:
Gruppe 1 Hütehunde und Treibhunde


Ohren: Stellung: Hoch angesetzt, oberhalb der Augenlinie; die Ohrlappen fallen senkrecht; die Knickfalte am Ansatz darf die obere Schädellinie nicht überragen. Form und Art des Tragens: mittellang in Form eines gleichschenkligen Dreiecks, an der Spitze leicht abgerundet, außer einer kleinen Anhebung am oberen Ohrenansatz hängend und flach an den Backen anliegend; weder gefaltet noch eingerollt; in gutem Verhältnis zur Größe des Kopfes, von kurzem Haar bedeckt.


Augen: Ausdruck frei und energisch. Weder hervortretend noch zu tief angesetzt. Ihre Form ist leicht oval und sie sind auf einer waagerechten Linie eingesetzt. Im Verhältnis zur Fellfarbe soll die Augenfarbe möglichst dunkel sein. Helle Augen oder ein stechender Blick sollen hart bestraft werden. Augenlider schwarz, ohne Anzeigen von Pigmentverlust. Die Bindehäute dürfen niemals sichtbar sein.


Widerristhöhe: für Rüden: 62 - 68 cm, für Hündinnen: 59 - 65 cm

Herkunft: Wie es der Name erkennen lässt, stammt der Flandrische Treibhund aus den belgischen und französischen Landesteilen Flanderns, die von keiner natürlichen Grenze getrennt sind. Die Vieh- und Ochsentreiber in Flandern benötigen gute Hunde für die Führung ihrer Herden und verwendeten zur Zucht die in ihrer Gegend vorhandenen Hunde einzig auf Grund ihrer physischen und charakterlichen Vorzüge, die der heutige Bouvier des Flandres geerbt hat.


Gewicht: Ungefähr 35 - 40 kg für Rüden, 27 - 35 kg für Hündinnen.


Lebenserwartung: Ca. 10 - 14 Jahre.


Charakter: Der Bouvier des Flandres hat den ruhigen und bedächtigen Charakter eines klugen aber beherzten Hundes. Sein feuriger Blick zeugt von Intelligenz, Energie und Kühnheit. Der Flandrische Treibhund muss unbedingt seine Gebrauchstüchtigkeit beibehalten. Jede Abweichung, die diese Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen könnte, muss streng geahndet werden.


Empfehlung: Der Bouvier ist sicherlich kein Hund für "jedermann". Es handelt sich um einen Hund, der im Ursprung selbständig arbeiten musste, und seinem Herren treu ergeben war. Dieses Verhalten hat bis heute der Bouvier erhalten. Es ist kein Hund mit "Kadavergehorsam". Die Handlungen des Bouvier sind umsichtig und überlegt, es ist kein kopfloser Draufgänger. Das zeichnet den Bouvier besonders aus, dafür muß man allerdings auch den Kompromiss eingehen, den Bouvier von seiner Arbeit überzeugen zu müssen. Strenge Erziehung ahnet der Bouvier mit seiner sprichwörtlichen Sturheit. Der Bouvier ist absolut ungeeignet zur Zwingerhaltung, da er eng mit seiner Familie zusammenleben möchte. Dafür hat man einen treuen Begleiter, auf den man sich verlassen kann. Der Bouvier braucht auch Beschäftigung, sei es durch Hundesport, durch Besuch in der Hundeschule. Er ist ein vielseitig einsetzbarer Hund, der seinen Spaß hat, wenn seine Besitzer auch Spaß an der Arbeit haben. Kindern ist der Bouvier besonders eng zugetan.
Besonders zu erwähnen ist, dass der Bouvier im Haus angenehm ruhig ist. Beim Spazieren gehen wundert man sich jedoch über seine Agilität und Beweglichkeit.
Da der Bouvier keine Haare verliert, ist er auch für Allergiker geeignet. Allerdings benötigt er durch den fehlenden Haarausfall wöchentlich Pflege, in dem er gestriegelt wird. Alle 3 - 4 Monate musst der Bouvier getrimmt bzw. geschnitten werden.
Alles in allem ist der Bouvier ein Traumhund, wenn man einen ausgeglichenen und ruhigen Hund sucht, der jedoch trotz seines Gewichts und seiner Statur ein sportlicher, beweglicher und agiler Hund ist.


Seine Ursprünglichkeit macht ihn zu einem besonderen Hund.

 

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